Calippopops – „Homeboy“ – Ein bisschen von Allem bitte!

Was darf es denn heute sein? Rock, Pop oder ein bisschen elektronisch? – Ein bisschen von Allem bitte! – Das hat sich anscheinend Calippopops bei seinem Album Homeboy gedacht. Er ließ mir eine Hörprobe seiner Musik zukommen und bat mich um meine Meinung zu seinem komplett selbst eingespielten und produzierten Album Homeboy. Da mir so eine Leistung von vornherein sympathisch ist, hörte ich ohne große Erwartungen gern mal rein und war wirklich überrascht.

Das was mir da zu Ohren kam, war im Vergleich mit der Musik, die mich sonst so erreicht, meist von großen Agenturen mit vorgefertigten Promo-Texten, wirklich interessant und mit eigenem Charakter. Der Stil des Albums liegt irgendwo zwischen Kraftwerk und Bilderbuch oder auch wo ganz anders. Gesungen wird auf Deutsch, dabei meist ganz reduziert auf wenige Worte oder einfache Phrasen mit großer Wirkung. Ab und zu schimmert die Rock-Gitarre durch, dann überwiegen wieder Synthie-Sounds und es klingt poppiger. Man merkt dem Album an: Da ist jemand, der sich erst noch ausprobiert. Zwischen Haufen von Samples und Instrumenten verliert man dann doch kurz mal den Überblick in diesem sehr abwechslungsreichen musikalischen Werk.

Besonders hervorzuheben ist der Song Emotionslos, der mich in seiner Einfachheit und Monotonie irgendwie an Trio erinnert. Genauso wie Slowakei, an dessen Beginn eine Art Sample-Collage steht, gefolgt von einem eingängigen und rockigen Riff. Alle diese Einflüsse vereinen sich dann gefühlt am Ende des Albums in S.w.k.S.i.S.b., dass aus diesem Grund dann auch irgenwie runder klingt als die anderen Songs, ausgenommen das Grande Finale, das eher etwas unaufgeregt klingt und interessanterweise nicht das Schlusslicht bildet, sondern das Album eröffnet.

Fazit

Homeboy ist eine interessante Erstveröffentlichung mit viel Potential. Da überhört man gerne, dass nicht immer alles ganz rund und fertig klingt. Aber vielleicht ist es ja auch das, was der Künstler will. Anhören sollte man sich die Musik von Calippopos, wenn man musikalisch offen ist und deutsche Texte mit Synthie-Klängen mag. Anhören und kaufen kann man das gesamte Album auf Bandcamp:

https://calippopops.bandcamp.com/releases

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