Deutsche Musik und die Kunst des bewegten Bildes – Trend?

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Deutsche Musik erlebt ja gerade ihre Renaissance. Beim durchstöbern des Netzes fiel mir letztens auf, dass auch das Musikvideo eine filmische Wiederentdeckung zu erfahren scheint. Ich stelle euch meine Favoriten deutscher Ton- und Filmkunst vor und frage mich, ob sich ein Trend abzeichnet.

Die Idee des Musikvideos gibt es ja bereits seit den 80ern und seitdem gab es immer wieder Meilensteine und Meisterwerke der Videokunst, die den unterlegten Songs zu mehr Bekanntheit verhalfen und diese an die Chartspitze brachten. Normalerweise soll das Video dem Song helfen sein volles Potenzial zu entfalten und nur unterstützend wirken, aber trotzdem gibt es immer wieder Musikvideos die sich als eigenständiges Kunstwerk darstellen. So wie bei den folgenden Künstlern.

Caspers „Lang Lebe Der Tod“ fällt vor allem auf wegen des Musikvideos. Hier wird meiner Meinung nach der Song schon fast zum Soundtrack des Films. Musik und Video verschmelzen irgendwie und sind nach erstmaligem Ansehen nicht mehr trennbar. Wer den Song hört und den Clip dazu gesehen hat, wird kaum von den auftauchenden Filmsequenzen im Kopf verschont werden. Ich bin kein Casper Fan und würde den Song so nie hören, allein schon weil ich seine Anlehnung an Dagoberts „Hast Du Auch So Viel Spaß“ nicht ganz nachvollziehen kann und nicht weiß, aus welchem Grund er Blixa Bargeld ins Boot holt und ihn dann nur einen einzigen Refrain singen lässt (wahrscheinlich um Menschen wie mich zu ködern) , aber der Film dazu macht aus dem Ganzen ein sehenswertes Kunstwerk.

„Der feine Herr Gatoah“ ist ja schon bekannt für seine vor Ideen sprühenden Videos, aber mit zwei Clips seines letzten Albums „Musik ist keine Lösung!“ legt er noch einen drauf. Das ist zum einen „Du bist schön“ mit einer Botschaft die sowohl im Text als auch im Video eindeutig erkennbar wird und dann noch das Video zu „Lass liegen“, dass durch eine Perspektive besticht, die man sonst nur aus GTA kennt. Bei Alligatoah ergänzen sich Musik und Video einfach perfekt.

Dass Film und Musik zusammen geht beweist auch das Projekt von Hagen Stoll, dessen Song „Schieb den Blues“ aus dem Jahr 2014 ein Musikvideo der besonderen Art bekommen hat. Er verwendete einfach den Kurzfilm „One Man’s Loss“ und der past wirklich wie die Faust aufs Auge.

Als letztes gesellen sich noch zwei Songs aus dem neuesten Album von Dota Kehr „Keine Gefahr“ dazu. Auf die Musik möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, denn die Platte ist bestellt und demnächst gibt’s eine ausführlichere Album-Review dazu. Aber ich verrate euch, es ist ein ziemlich spritziger neuer Sound der hier mit wunderbaren Bildern unterlegt wurde. Während in „Rennrad“ eine nette Geschichte erzählt wird, überzeugt „Vergiftet“ mit heftigen Eindrücken.

 

 

1 Comment

  1. Jan

    Ich danke Ihnen für den interessanten Artikel. Diese neue Belebung der deutschen Musik begrüße ich wirklich sehr. Ich hoffe, dass da auch noch vieles kommen wird.
    Beste Grüße,
    Jan

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